Bouldering Bishop

Nach der frühen Abfahrt im Red Rock Canyon haben wir erstmal ein paar Meilen gemacht. Zudem haben wir den Fond des Vans erstmal ordentlich geheizt, in der Hoffnung, dass der Kühlschrank wieder auftaut. Dieser war nämlich in der ersten Nacht direkt so kalt geworden, dass das ganze Teil komplett zugefroren war und es den Kaffee erstmal nur schwarz gab. Nachdem wir bei einem Visitors Center auf halber Strecke noch eine halbe Stunde in der Sonne geparkt hatten, ging zum einen das Fach wieder auf und wir haben direkt noch mitbekommen, dass es dort (bei Lone Pine) einen kleinen State Park gab, der einen Besuch wert war.

Daraufhin haben wird die Eule zum ersten Mal über eine Dirt-Road, also ungeteerte Strasse, gejagt und einen kleinen Spaziergang in wirklich sehr schöner Landschaft unternommen. Vom Highway aus hatte man absolut keine Ahnung, was sich da hinter den ersten Hügeln verbirgt.

Nach der kleinen Runde ging es die letzten 60-80 Meilen weiter bis Bishop, wo wir uns auf die Suche nach einem Crash-Pad machten, um möglichst bald Bouldern zu können. Ein Crash-Pad ist eine kleine Matte, die man beim Bouldern auf den Boden legt um bei einem Sturz möglichst unbeschadet davon zu kommen. Nachdem dann relativ schnell klar war, dass der Spaß uns mindestens 200$ kosten würde und die Leihgebühr nur 7$ waren, sind wir nur noch ein paar Lebensmittel einkaufen gegangen und wollten das Pad dann am nächsten Tag einfach morgens ausleihen.

Nach den Erledigungen in der Stadt ging es zum Campingplatz, der liebevoll „The Pit“ heißt und nicht mehr und nicht weniger als eine aufgeschüttete / ausgebaggerte Grube mit Plumpsklo ca. 5 km vor der Stadt ist. Allerdings kostet die Nacht dort nur 2 Dollar und der Platz wurde uns von Elina und Manu empfohlen (Grüße). Aktuell wird es hier abends so ab 17 Uhr dunkel und dementsprechend füllt sich dann auch der Platz relativ schnell. Wir haben einen ganz guten Platz erwischt, noch ein bisschen gekocht und uns dann mal wieder relativ früh abgelegt. Sobald die Sonne weg ist, wird es sehr schnell sehr kalt. Nachts -2 bis -3 °C aktuell. Also bleibt auch nicht viel übrig als sich ins Auto einzugraben, unter Schlafsack und Decke.

Dank des frühen und daher langen Schlafs, hatten wir einen guten Start in den Morgen. Kaffee, Porridge (heute auch mit Milch, nachdem der Kühlschrank wieder aufgeht) und los ging es. Crash-Pad geholt und ab zu den Happy Boulders, die 10 Minuten vor der Stadt liegen. Aktuell sind eigentlich super Bedingungen zum Bouldern, aber es ist aktuell noch relativ wenig los. Liegt vermutlich auch daran, dass es noch unter der Woche ist. Das wird sich zum Wochenende bestimmt ändern.

Nach einem kurzen Zustieg von ca. 15 Minuten steht man in einem Canyon voller Felsblöcke, an denen die Magnesiaspuren schon deutlich zeigen, warum hier alle herkommen. Auch wir waren voller Euphorie und richtig heiß darauf loszulegen. Also Crash-Pad ausgelegt, warm gemacht, Schuhe angezogen, Chalk an die Finger und … joa deftig. Obwohl wir ja schon einiges draußen geklettert sind, ist auch hier der Fels wieder komplett anders. Ziemlich scharfkantig, fingervernichtend und die Boulder sind einfach relativ schwer … und hoch.

Wir haben uns dann an die einfachen Boulder rangetastet und uns am Anfang nicht mit den wirklich definierten Routen aus irgendwelchen Guide-Büchern auseinander gesetzt, sondern sind einfach drauf losgeklettert – und das war dann auch wirklich sehr cool.

Im Nachhinein haben wir dann mal nachgeschaut und waren eigentlich nur im VB/V0 Bereich unterwegs. Hier mal ein Link zu einer Übersicht über die Klettergrade. Es ist aber wirklich sehr cool, den richtigen Freaks hier zuzuschauen, die mal eine V8 oder so echt easy klettern. Naja … man muss ja Ziele haben … und es ist auch wirklich krass, dass es Leute gibt, die V15 bouldern.

Nach knappen vier Stunden waren wir dann einigermaßen durch und wollten uns auch noch nicht direkt verausgaben. Die Zeiten an denen wir 3-4 Tage hintereinander klettern gehen kommen noch und daher wollen wir es am Anfang auch nicht komplett übertreiben.

Daher ging es direkt zum nächsten Tipp von Elina und Manu: Ca. 10 km vor Bishop gibt es heiße Quellen mit einer kleinen Anlage. Ein paar Meter davor kann man aber in einen Feldweg einbiegen und sich auch dort schon für lau in das schöne warme Wasser legen. Gesagt getan und bei herrlichem Wetter den Tag ausklingen lassen und am dritten Tag ohne Dusche mal wieder was für die frische Luft in der Eule getan.

Jetzt sitzen wir hier gerade im Climbers-Cafe in Bishop, trinken einen Kaffee, laden die Telefone und schreiben ein paar Zeilen. Morgen geht es auf jeden Fall wieder Bouldern und dann übermorgen oder am Wochenende weiter in Richtung Las Vegas bzw. Red Rocks – nicht zu verwechseln mit dem Red Rock Canyon, wo wir schon waren. Wahrscheinlich fahren wir dann zurück bis Lone Pine und fahren dann über das Death Valley dort hin. Dort sind die Temperaturen gerade noch sehr human und wir dürfen mit dem Van auch noch durchfahren. Von April bis September ist es dort wohl so heiß und mechanisch unangenehm, dass wir mit der Eule nicht mehr hindürften bzw. wir keine Versicherung hätte …

In diesem Sinne. Climb on.

2 Gedanken zu „Bouldering Bishop

  1. jonson sagt:

    Oh wie schön, dass es Euch so gut geht! Klingt fantastisch und tolle atmosphärische Bilder. Danke dafür!!
    Fühlt euch umarmt aus dem wunderschönen Süden Deutschlands

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.