Golden City Shuffle

Nachdem wir das letzte Mal von Denver etwas von uns hören lassen haben wurde das Schönwetterfenster leider immer kleiner in Colorado. Daher wurde der ursprüngliche Plan nach Colorado Springs zu fahren wieder spontan verworfen. Dort unten gibt es nämlich hauptsächlich Sandstein, der nach Regen 2-3 Tage trocknen muss bevor er kletterbar wird. Da es Samstag schon ordentlich schüttete und über Nacht sogar ein bisschen Schnee in den Hügeln lag, sind wir von unserem Kletterhallen-Parkplatz die 50m rübergelaufen und waren einfach drinnen klettern. Inklusive Kaffee, Duschen und Yoga-Kurs. Top Tag. Abends waren wir noch auf dem Nachbarparkplatz … da gibt es nämlich einen sehr guten Mexikaner, bei dem wir schon einige Tage zuvor essen waren und so haben uns noch etwas gegönnt. Wir hatten an diesem Tag einen gefühlten Radius von 73m. Unglaublich wie man trotz Van und im Ausland so rumwurmen kann … egal, war gut. Am Sonntag waren wir dann nochmals in Denver. Zum einen weil wir nochmal bei Escapevans vorbei geschaut haben um nochmal einige Putzmittel in unser Waschbecken zu jagen, da der Gestank immer noch unerträglich war und zum anderen hatten wir ja noch Karten für die NBA. Will, der Manager vom Escape-Office in Denver hatte uns bereits erwartet: „We will nuke the shit out of it.“ Gesagt getan und eine halbe Gallone Bleach (Chlor/Bleiche) und eine halbe Gallone bio-basierten Reiniger in den Tank gekippt und den über Nacht stehen lassen.

Anschließend sind wir in den Rhino-District in Denver gefahren. Ein Stadtviertel das gerade komplett gentrifiziert wird. Das heißt der Blick aus dem Fenster beim Fahren ist: „Total cool designtes Architekten-Büro, Food-Truck, Marijuana-Verkauf, Microbrewery, Gruppe Obdachlose, 2 dicke SUVs, abgebranntes Haus, Lagerhalle mit coolem Graffiti, leerstehendes Haus, urbane Weinhandlung, Obdachlose oder Hipster (nicht zu erkennen), Straßencafé, Pub, Marijuana-Verkauf, richtige Obdachlose … und so weiter.

Wir haben uns unters Volk gemischt (Hipster/Obdachlose) und sind ein bisschen durch die Straßen geschlendert und haben hauptsächlich die Street-Art an den Hauswänden angeschaut und eine wirklich leckere Pizza gegessen bevor es dann ins Pepsi Center zum Basketball ging. Hier natürlich wieder volle Amerika-Schiene: die ganze Zeit Unterhaltung, Kiss-Cam, Nationalhymne, Werbung und dann ein mäßiges Spiel zwischen den Denver Nuggets und den New Orleans Pelicans, das Denver nach einem starken ersten Viertel leider dann jämmerlich mit 90 zu 115 Punkten verloren hat. Das Highlight des Abends war, dass Aron ein Denver Nuggets T-Shirt gefangen hat, das von einem Promotion-Typen in die Menge geworfen wurde. Yes! Lebenslang Denver Nuggets Fan also.

Da die Vorhersage am Sonntag dann doch noch einen halben Tag gutes Wetter für uns bereithielt, entschieden wir uns nach Boulder, Colorado zu fahren um dort zu gehen. Eigentlich wollten wir dort direkt nach dem NBA Spiel übernachten, um einen Frühstart zu haben und möglichst viel klettern zu können. Allerdings gab die Internet-Recherche leider viele Hinweise darauf, dass Boulder ein akutes Problem mit der „Rainbow Family“ hat. Das sind die gescheiterten Jung-Hippies, bei denen die Droge mehr im Mittelpunkt steht als der Frieden, weshalb es vor allem an den Wochenenden immer wieder Ärger gibt. Da unsere liebe Ente ja doch ein bisschen nach LSD-Auto aussieht, sind wir daher lieber noch eine Nacht in Golden geblieben.

Naja .. zurück zum Klettern: Wir waren direkt im Vorgarten der Stadt im Boulder Canyon und haben einen moderaten Klettersektor gefunden. Allerdings war das mit dem Zustieg nicht so einfach und wir haben uns ein paar Mal verstiegen, bevor wir dann dort ankamen, wo wir eigentlich hinwollten. Dort war es dann ziemlich entspannt und schön sonnig. Das Wetter änderte sich nach 2-3 Routen dann doch rapide, weshalb wir unsere sieben Sachen zusammenpacken mussten bevor der große Regen kam. Das war dann zugleich der Startschuss für die nächsten Tage!

Ride on. Meilensammeln ahoi!

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