Nationalparks, die Zweite: Bryce und Arches

Nach den schönen Tagen im Zion National Park ging es für uns am Donnerstag weiter nach St. George (ca. 65km südwestlich vom Zion NP). In der Hoffnung auf ein paar schöne Kletterrouten und eine Nacht im Snow Canyon State Park sind wir nach einem kurzen Internetstop bei McD am Campground des Parks angekommen. Wie schon öfter hieß es allerdings leider „Campsite full“ und wir sind weiter Richtung Westen auf der Suche nach dem nächsten BLM-Camping gefahren. Mit einem Zwischenstopp in Veyo – dort soll es einen schönen privaten Climbing-Canyon geben (leider geschlossen da noch Winterpause) – sind wir dann am Nachmittag am Baker Dam Reservoir Campground angekommen und haben uns einen schönen restlichen Nachmittag gemacht. Aron in seiner neuerworbenen Hängematte. Abends gab es mal wieder S‘Mores am Feuer (dank zurückgelassenem Holz vom Vorcamper) und unsere neuste Errungenschaft aus der Kategorie „Dinge die man eigentlich nicht braucht, die das Leben aber so viel schöner machen“ Gisela, die Gartensolarlampe für Camper, wurde eingeweiht.

Nach kurzer Revision der Kletterrouten im Snow Canyon State Park und unserer Gesamtreiseroute entschieden wir uns am nächsten Morgen gegen die Kletterei und für die Weiterfahrt zum Bryce Canyon. Die 230km fuhren wir teilweise über einen Pass im Dixie National Forest wo noch ziemlich viel Schnee lag und wir eine gemütliche Kaffeepause mit leckeren Pies einlegen konnten – „very scienic“ das Ganze.

Den Nachmittag verbrachten wir im Bryce Canyon National Park mit einem kurzen Hike vom Sunrise Point in den Canyon und einer gemütlichen Nachmittagspause in der Aron die besten Pancakes der ganzen USA zauberte und wir für die anderen National Park Gäste „very inspirational“ waren (das hört man doch gern). Für mich war der Bryce Canyon mit seinen urigen Felstürmchen und Formationen und den tollen Farben (orange von den Steinen, grün von den Bäumen, weiß vom Schnee und blau vom Himmel) bisher der schönste Park auf der Reise. Vor allem bei Sonnenuntergang, den wir vom Sunset Point aus verfolgten bevor es dann weiter zu unserem „free-campsite in the wood“ ging. Diesen hatten wir vor über die sehr praktische iOverlander-App ausfindig gemacht.

Und so nahm das Schicksal seinen Lauf – könnte man sagen. Die nächsten 1,5 Stunden waren dann unerwartet aufregend für uns. Der Feldweg, der zur Übernachtungsstätte führt, sah soweit gut aus, an der einen und anderen Stelle noch Schnee bedeckt weswegen wir ihn erstmal zu Fuß abgelaufen sind und ganz froh waren bereits zwei Autos mit weiteren Campern vor Ort anzutreffen. Ohne allzu große Bedenken fuhren wir also zur Waldlichtung, wobei Aron die Eule durch ein kleines Schneefeld lenken und dann umdrehen wollte. Dieser letzte Akt funktionierte leider nicht wie geplant. Die Räder der Eule gruben sich ordentlich in den weichen Boden unter dem Schnee und sämtliche Vor- und Zurücklenk-Manöver brachten uns leider keinen Meter mehr vor oder zurück, sondern nur tiefer in den Boden. Trotz Hilfe und Schieben der anderen Camper und einem ersten Abschleppversuch mit einem anderen Van (leider auch kein 4×4) kamen wir aus der Patsche bzw. Matsche nicht mehr raus.

Daher machten wir uns kurz vor Sonnenuntergang (zum Glück hatten wir den nicht bis zum Schluss am Sunset Point genossen) zu Fuß zur nächsten Tankstelle, die geschätzt 2-3km entfernt war. Diese war leider schon zu. Nicht so der Shop bzw. die Lodge auf der anderen Straßenseite. Dort war Hochbetrieb und wir wurden direkt zu den Maintenance-Guys weitergereicht. Sehr hilfsbereit aber leider „on-duty“ (also gerade am Arbeiten und damit nicht bereit uns rauszuziehen) rief einer der Jungs seine Familie an und nach kurzer Zeit kamen Mutter, Schwester, Schwager und Hund in einer mächtigen Karre (Doge RAM, V8, 4×4, brumm) um uns zu helfen.

Gemeinsam fuhren wieder zur Eule. Wo Aron und ich noch kleinlaute Hinweise zu der gefährlichen Schneedecke geben wollte, lenkte Nancy (die Mutter) de Truck gekonnt durch den Matsch. Arons Hinweis, dass wir stabile Bandschlingen vom Klettern haben, die wir zum Rausziehen benutzen könnten wurde mit einem „Dude, I have a chain“ quittiert und Nancy zog uns innerhalb weniger Minuten aus dem Schnee.

Keine Ursache, sie mache so was mehrmals im Jahr. Falls wir nochmal ein Problem bekommen, können wir in der Lodge jederzeit nach ihr fragen. Voller Dankbarkeit und Erleichterung und um ein paar freiwillige Dollar Trinkgeld leichter (so viel zum Thema free camping) gab es bei uns dann nur noch ein schnelles Chilli-sin-Carne zum Abendessen. Die Temperaturen im Bryce Canyon National Park sinken nachts derzeit noch auf unter 0° C und somit waren wir froh bald in den warmen Schlafsäcken zu liegen und uns von den Aufregungen der letzten Stunden erholen zu können ?

(Die hohen Temperaturschwankungen sind übrigens ein Grund für die Felsformationen des Canyons. Durch die Minusgrade nachts gefriert das Wasser im Fels, durch die warmen Temperaturen am Tag werden kleine Felspartikel „weggesprengt“.)

Am nächsten Tag ging es nach einem schnellen Porridge (wohlgemerkt erst nachdem wir mit der Eule wieder auf sicherem Boden standen) weiter Richtung Nordosten in den Arches National Park. Dort kamen wir am späten Nachmittag an und konnten noch eine schöne Fahrt mit kleinen Spaziergängen zu den einzelnen Arches und roten Felsbergen machen. Auch der Arches National Park ist super faszinierend und irgendwie kann man in jedem Fels ein Gesicht, Tier oder sonstiges erkennen.

Nach der Aufregung am Vorabend haben wir uns eine Nacht „Luxus-Camping“ auf dem KOA Camping-Platz in Moab gegönnt und nach einer warmen Dusche hat Aron noch das beste Pasta-Gericht der Reise gekocht: Penne Zucchini-Tomate-Thunfisch in einem leichten Zitronen-Balsamico Sud. Ein Traum! (Beides: Aron und das Essen ?)

Das war jetzt richtig viel aus der Kategorie „undso“ – morgen wird wieder geklettert.

Bis dann und viele liebe Grüße!

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