Das erste Mal

mit Video | (von Aron) Heute nur ein kurzer Bericht bzw. noch ein nachgereichtes Video zu meiner erster Trad-Route bei Golden – für die, die es interessiert. Das heißt es gab in dieser Route keine gebohrten oder geklebten Haken, sondern die komplette Sicherungskette wurde mithilfe von Klemmgeräten wie Cams oder Keilen selbst hergestellt (siehe Titelbild). Die Schwierigkeit der Route ist mit 5.4 angeben, was einer UIAA 4 entspricht. Aktuell klettere ich im 5.10 Bereich, also war ein ordentliches Sicherheitspolster vorhanden. Das war unerlässlich, da ich nur minimale Erfahrung im Trad bzw. Clean-Klettern habe. Theoretisch müsste im Notfall jede Sicherung in der Lage sein einen Sturz zu halten, wenn es doch mal schiefgeht und man abrutscht oder keine Kraft mehr hat.

Die Route war sehr dankbar, man hatte immer einen guten Stand, um gemütlich und in Ruhe die Sicherungen zu legen. Die normalen Exen, die ich auf dem Weg eingesammelt habe, waren von Carmens vorherigen Vorstieg in der Nachbarroute. Abgeseilt wurde dann auch über die Anker der Nachbarroute. Aber schaut einfach selbst:

Jetzt im Nachhinein betrachtet bin ich mir ziemlich sicher, dass die Sicherungen alle sehr stabil waren und im Notfall gehalten hätten. Selbst der kleinsten Klemmkeil (der schwarze) hat eine Bruchfestigkeit von 7kN, also ca. 700kg. Da müsste man schon extrem weit fallen um eine solche Kraft zu erzeugen. Die größeren Keile und auch die Cams liegen alle im Bereich von 12-15 kN, also halten mehr als eine Tonne. Hier mal ein interessantes Video, was mit so einem Cam-Klemmgerät so möglich ist:

Zur Info: Bei den normalen Klettereien ist die Sicherungskette eigentlich immer auf ca. 20-22 kN ausgelegt. Das heißt, dass das schwächste Glied in der Reihe (beide Klettergurte, Karabiner, Bandschlingen, Seil, usw.) hält immer noch eine Last bis ca. zwei Tonnen. Also: alles gar nicht so wild bzw. immer sehr viel Luft bevor es mal wirklich kritisch wird. Seit den 1980er Jahren ist übrigens kein einziges Kletterseil weltweit einfach so gerissen. Sämtliche Risse passierten, weil das Seil chemisch beschädigt war (Säure, etc.) oder über eine scharfe Felskante gezogen wurde und „abgeschnitten“ wurde. Dass sowas auf den Routen, auf denen wir unterwegs sind passiert ist nahezu unmöglich, da sämtliche Kanten / Ecken schon richtig rundgeschliffen wurden von den Tausenden Seilschaften vor uns.

In diesem Sinne – climb on!

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