Die Eule

Dank des teilweise regnerischen Wetters der vergangenen Tage gibt es heute mal wieder einen „Behind the scenes“-Beitrag. Wir wurden schon von einigen Freunden zu ein mehr Details über unseren fahrbaren Untersatz gefragt. Daher gibt es heute ein paar Infos zu unserer mittlerweile sehr geliebten Eule.

Der Camper ist ein Ford E-150 – eigentlich ein Lieferwagen, nur eben mit entsprechenden Umbauten. Das Ganze ist auf Basis des Ford F-150 Pickup gebaut. Daher auch ein relativ großer Motor (4.2L V8). Neulich sind wir in einem Industriegebiet mal spaßeshalber auf eine LKW-Waage und staunten dann nicht schlecht, als uns knapp 7.000 Pfund, also fast 3,5 Tonnen angezeigt wurden. Das sieht man entsprechen auch am Spritverbrauch, den wir mit sehr gefühlvollem rechten Fuß auf 12-18l/100km hinbekommen.

Dass nun mittlerweile grob Halbzeit unserer Reise ist, sieht man auch am Van. Mittlerweile haben wir uns gut und effizient eingerichtet und für das Meiste ein festes Plätzchen. Aber schaut selbst, der Reihe nach:

Küche

 

Der größte Vorteil ist die wirklich gut ausgestattete Küche. Wir haben einen kleinen Kühlschrank und einen Frischwassertank mit ca. 20L Fassungsvermögen. Das Waschbecken geht in einen Dreckwassertank, den wir alle paar Tage leeren. Daneben ist unser Gasherd mit zwei Kochplatten und wir haben Platz für zwei kleine Propan-Gastanks. Die gibt es hier in jedem Supermarkt, daher hatten wir auch noch nie das Problem ohne Gas dazustehen und nicht mehr kochen zu können. Die Stauräume in der ausgebauten Küchenzeile waren begrenzt, daher haben wir uns dann noch selbst zwei Kunststoffboxen gekauft und einen alten Wassercontainer zu Obst- und Kram-Schalen umfunktioniert. So sind wir relativ aufgeräumt unterwegs und haben die Einkäufe für Frühstück getrennt von Mittag-/Abendessen und den frischen Sachen. Die Vorhänge in den Hecktüren eigenen sich hervorragend um die Geschirrtücher zu trocknen und eine der ersten kleinen Trinkflaschen die wir ganz am Anfang mal gekauft haben wurde zum Mülltütenhalter umfunktioniert.

 

Schlafgemach und Ankleide

Das Bett ist überraschend bequem und wir schlafen ziemlich gut in unserem Van. Unter dem Bett gibt es viel Stauraum für die Taschen und großen Rucksäcke, die wir nur für die Flüge gebraucht haben. Außerdem sind die ganzen Schuhe im Freiraum unter dem Bett untergebracht. Je nach Temperatur können wir zwischen zwei Decken und unseren Schlafsäcken wählen – in den letzten Tagen eher alles drei :/ Zwischen Bett und Küche gibt es nochmal einen kleinen Schrank in dem wir Dreckwäsche und ein paar Kleinigkeiten aufbewahren, an die wir nicht so oft ranmüssen. Unsere Klamotten sind in zwei großen Plastikkisten, die direkt hinter den Kissen liegen und so auch direkt als „Nackenrolle“ beim Lesen / Filmschauen / usw. dienen. Aus ein paar alten Wasserbehältern haben wir Hängeregale gemacht um Kleinzeug unterzubringen, wie Schlüssel und Geldbeutel oder Stirnlampen.

Hobbykeller

Wenn man den vorderen Teil des Bettes abbaut, kommt man an unsere Schatztruhe in der das ganze Kletterzeug liegt. Auch wenn es auf den Fotos ein bisschen anders aussieht, hat hier alles seinen Platz. Beziehungsweise eine grobe Region … 🙂 Unsere Seile liegen ganz links und sind in der Regel nochmal in einzelnen Säcken eingepackt. In der Mitte die ganzen Karabiner, Bandschlingen, usw. rechts Schuhe, Kletterklamotten, Gurte und Kleinkram. Das Bett abzubauen geht ruck-zuck, sodass wir morgens an Klettertagen immer ziemlich schnell alle sieben Sachen zusammenhaben und ab an den Fels können.

Büro / Arbeitszimmer

Vorne bei den Sitzen haben wir nicht viel umgebaut, sondern die vielen Staumöglichkeiten bestmöglich ausgenutzt. Die ganzen Karten und Reiseführer beim Beifahrer. Alle anderen Kleinigkeiten in den beiden Seitentüren und im Handschuhfach. Damit uns die guten Geister nicht verlassen haben wir selbstverständlich einen Traumfänger aufgehängt. Das wäre bestimmt nochmal ein halber Stern im NCAP-Crashtest. Damit wir auf einen Blick wissen wo es langgeht hängt noch ein Kompass an der Scheibe und damit die schwierigen Einparkmanöver leichter von der Hand gehen haben wir eine Omnibusfahrer-Kurbel ans Lenkrad geschraubt.

Die wohl beste Idee hatte Carmen bei der Einführung der „Wet-Zone“. Nachdem wir am Anfang uns keine großen Gedanken über das Wetter machen mussten, da es immer sonnig war und nie geregnet hat, benutzten wir für das Ein- und Aussteigen ins Schlafgemach immer die große Seitentüre. Nachdem es dann in Colorado aber erstmals richtig regnete, war nach kurzer Zeit das halbe Bett nass. Daher wurde der Schlafbereich zur Trockenzone ernannt und wir gehen nun von vorne durch die Fahrer- und Beifahrertüre in unsere Heimat. Dort legen wir sämtliche dreckigen und nassen Klamotten ab und versuchen sie zu trocknen. Das klappt wirklich sehr gut und hat sich nach den einigen nassen Tagen in Wyoming, Montana und Washington als äußerst nützlich erwiesen.

Achso, da wir auch immer wieder gefragt werden, wie so die Stimmungslage nach über sieben Wochen quasi Pärchenisolation ist – hier die Antwort:

Wir müssen jetzt aufhören. Die Kehrwoche wartet. Ade.

3 Gedanken zu „Die Eule

  1. Steffi sagt:

    😀 Ihr seid so lustig!!
    Sehr interessanter Beitrag! Allerdings will ich mir jetzt am liebsten selbst nen Van mieten und einfach losdüsen 🙂
    Viel Spaß euch noch weiterhin!!

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