Aus die Maus

Bevor bei den Zuhause-Gebliebenen direkt die Schnappatmung einsetzt: Nein, dieser Titel bezieht sich nicht auf uns, sondern auf unseren blinden Passagier. Da hatten wir im Artikel über die Olympic Peninsula folgenden Absatz geschrieben:

Wir waren wirklich die halbe Nacht wach und haben mit den Stirnlampen alles abgesucht, woher die Geräusche kommen konnten, haben aber nichts gefunden. Nach einer Weile konnten wir es von Ratte / Schlange oder ähnliches immerhin mal auf Wurm oder Falter eingrenzen, so dass es uns am Ende einfach voll egal war und wir irgendwann eingeschlafen sind.

Das war so nicht ganz richtig.

Als wir vor grob vier Wochen in Smith Rock angekommen sind und uns eigentlich gemütlich einen Kaffee kochen wollten, sind Carmen zum ersten Mal die kleinen schwarzen „Flocken“ aufgefallen, die bei uns in der Küche rumlagen. Aron hatte zwar kurz davor bereits eine im Becherhalter auf der Fahrerseite entdeckt, sich aber nicht viel dabei gedacht. Carmen hatte natürlich den richtigen Riecher und kurz alles auf den Kopf gestellt und weitere Nachforschungen angestellt. Rasch war klar: Wir haben bzw. hatten eine Maus im Auto, die die Eule auch ordentlich verunstaltet hat.

Also haben wir erstmal alles (wirklich alles) aus dem Auto geholt und nach der Maus und weiteren Spuren gesucht. Allerdings nicht mehr als weitere Köttel gefunden und dann alles gesäubert und desinfiziert. Bis dato gingen wir davon aus, dass Mäusezeug im Auto wohl nicht unbedingt das Hygienischste ist, aber ok. Zumindest bis wir dann bei der nächsten Gelegenheit Internet hatten und etwas googeln konnten. Nach unserer Recherche fühlen wir uns direkt sehr krank und unwohl, da die sogenannte „Deer mouse“ in den USA das Hantavirus übertragen kann. Kurze Zusammenfassung: Es gibt vier nennenswerte Mäuse-Arten in den USA, die Deer Mouse ist eine davon. Grob 10-15% der Deer-Mäuse haben das Virus in sich, Übertragung auf den Menschen durch Kontakt mit Mäusefäkalien. Ansteckung allgemein relativ unwahrscheinlich, wenn doch allerdings sehr dramatisch. Ungefähr die Hälfte kommt nicht mehr aus dem Krankenhaus zurück. Symptome: Anzeichen einer Grippe oder Lungenentzündung.

Nachdem wir nun seit mehreren Wochen regelmäßig noch unsere Temperaturen messen sind wir uns ziemlich sicher, dass wir eine 1A-Hygiene-Maus mitgenommen hatten. Uns geht es nach wie vor prächtig. Wir hatten zwar noch die eine oder andere etwas unruhige Nacht und sind nachts bei fremden Geräuschen an neuen Orten immer etwas hellhörig.

Als Prävention für weitere Mäuse im Auto haben wir uns eine passive Mäuse-Abwehr gekauft: Geschrotetes Korn, getränkt in Pfefferminz-Öl zum Aufhängen in kleinen Säckchen. Das ist scheinbar wie Brechmittel für Nagetiere und hält diese seither erfolgreich von der Eule fern. Im Yosemite National Park mussten wir diese wieder kurzzeitig abbauen. Im Gegensatz zu Mäusen stehen Bären nämlich total auf: Geschrotetes Korn, getränkt in Pfefferminz-Öl. Wunderbar.

Mittlerweile steht die Abwehr wieder und wir schlafen auch wieder gut! (wenn es sein muss mit Ohrstöpseln)

Vanlife = absolutes Abenteuer 😉

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