Review: Unser Kletter-Equipment

Wir setzen unsere Review-Artikel fort und schauen uns heute mal unser Equipment an, welches wir dabeihaben. Fürs Klettern in den USA haben wir uns vorab viele Gedanken gemacht, was wir brauchen werden und sind schlussendlich mit folgenden Sachen los:

  • [A] 1x 60m Einfachseil: Petzl Contact 9.8mm -> Unser hauptsächlich genutztes Seil für normale Klettereien und Mehrseillängen-Touren bei denen die längste Seillänge nicht länger als 30m ist. Mittlerweile ist das Seil unglaublich dreckig und wir müssen in Deutschland mal versuchen es zu Waschen.
  • [B] 1x 60m Reepschnur 6mm -> Wenn man doch mal eine Mehrseillänge klettert, aber keine Doppelseile mitschleppen will kann man auch mit einem dünnen Abziehseil, das eigentliche Kletterseil abziehen. Diese Technik ist in den USA sehr verbreitet, vom DAV wird sie aber nicht empfohlen. Wenn man Fehler macht beim Einrichten zum Abseilen wird es schnell gefährlich.
  • [C+D] 2x 60m Doppel/Halbseile: Mammut Serenity Dry 8.7mm -> Kurz vor der Reise haben wir uns noch neue Seile gegönnt (Danke Manu!) für längere Mehrseillängen, wo wir über die vollen 60m abseilen müssen. Auch für etwas abenteuerlichere Klettertouren sind zwei Seile eine gute Idee, falls eines beschädigt wird oder beim Abseilen / Abziehen sich irgendwo verhängt. Die Mammut Super Dry Seile haben alle drei UIAA-Zertifizierungen d.h. man könnte die Seile auch einzeln und nicht nur im Doppelstrang verwenden.

  • [A] Mehrere Bandschlingen und Reepschnüre als Reserve
  • [B] 3 „Schatz“-Exen, die jemand in einer Route zurücklassen musste, weil sie/er sie nicht zu Ende klettern konnte
  • [C] ca. 15 Exen -> Ein Set von Black Diamond und ein Set von Salewa
  • [D] mehrere Alpin-Exen -> Um Seilzug/-reibung zu vermindern. Insbesondere wichtig bei Trad-Routen. Können aus normalen Exen umgebaut werden.

  • [A] Zwei Selbstsicherungsschlingen -> Zum Festmachen am Standplatz und als Extension beim Abseilen. 80cm Bandschlinge mit zwei Sackstichknoten. 1x vorne für den Schrauber und 1x in die Mitte zum Einhängen des Abseilgeräts.
  • [B] Ein paar Schrauber, Schnapper als Reserve. Zudem stabile, aber billige Kettenglieder und Aluringe, für einen kostenoptimierten Rückzug, falls man Material in der Wand lassen muss beim unvorhergesehenen Abseilen.

  • [A] Edelrid Ohm -> Für mehr Sicherheit bei Gewichtsunterschied, siehe unseren Artikel
  • [B] Mammut Smart für die Vorstiegs- und Top-Ropesicherung. Funktioniert wie ein normaler Tuber, aber blockiert bei einem Sturz automatisch -> Sicherheits-Bonus
  • [C] Eine normale Tube zum Abseilen
  • [D] Edelrid Mega Jul -> Unser Sicherheitsgerät, wenn wir mit Doppelseilen klettern. Funktioniert ähnlich wie das Smart und blockiert im Sturzfall. Kann theoretisch auch für die Nachstiegssicherung und zum Abseilen verwendet werden. Da finden wir es aber sehr doof (sprich: unergonomisch) zu bedienen und nehmen lieber einen einfachen Tuber [C]
  • [E] Black Diamond ATC Guide für Nachstiegssicherung am Standplatz und zum Abseilen
  • [F] Zusätzlich immer noch vorbereitete Kurz-Prusikschlingen als Back-Up beim Abseilen, damit man zur Not die Hände gefahrenlos vom Seil nehmen kann.
  • [G] Standplatz-Kordel -> Zum einfachen und schnellen Standplatz-Bauen, wenn man drei Sicherungspunkte miteinander verbindet.

  • [A] Mehrere Standplatz“sets“ -> Bestehend aus einer 120cm Schlinge, einem Schraubkarabiner und einem Schnappkarabiner. Diese bereiten wir immer vor, dann ist ein Standplatz immer ziemlich schnell gebaut.
  • [B] Eine umgebaute Exe mit Schraubkarabiner -> Zum schnellen und einfachen Bauen einer Toprope-Sicherung oben am Standplatz
  • [C] Ein größeres Arsenal an Klemmkeilen von Mini bis Groß …
  • [D] … und drei Cams (Danke Manu und Bine&Bernd). Je nach Gebiet war das ausreichend, allerdings hätten wir im Nachhinein gerne mehr Cams dabeigehabt.
  • [E] Ein „Nut-Tool“ um Klemmkeile wieder aus den Ritzen fummeln zu können.

Und natürlich noch unsere Kletterschuhe, Gurte, Chalk und Handschuhe (für längere Abseiltouren).

In Summe hatten wir so ca. 25kg Kletter-Zeug dabei, wobei die Seile davon mit Abstand am Schwersten waren. Allerdings hat sich wirklich alles bewährt und wir haben wirklich alles gebraucht, da die vielen verschiedenen Klettergebiete alle so unterschiedlich waren. Manchmal braucht man fast nur normale Exen und gut, aber es gibt auch viele Spots, bei denen wir das ganze Arsenal auffahren mussten.

Als Empfehlung daher für alle Kletterfreunde, die eine Reise in die USA planen und hier auch an den Fels wollen: nehmt ausreichen Trad-Gear mit. Oder anders gesagt: In den USA gibt es viele tolle Trad-Routen und man hat als Kletterer eine weitaus größere Auswahl mit gutem Trad-Rack. Vorausgesetzt ist natürlich, dass man sich beim Trad-Klettern wohlfühlt und idealerweise schon Vorkenntnisse mitbringt.

Beispiel aktuell in Joshua-Tree: Hier würde bei vielen Routen unsere Trad-Ausrüstung eigentlich reichen um die Route abzusichern. Allerdings gibt es nur bei vereinzelten Klettereien oben einen gebohrten Standplatz. Das heißt man braucht auch dafür nochmal Cams und / oder Friends um einen sicheren und stabilen Stand selbst zu bauen. Hierfür braucht man in der Regel mindestens 3 Sicherungspunkte und damit haben wir dann wiederrum zu wenig Sicherungsmittel um die eigentliche Kletterei gut abzusichern.

Schade … aber lieber „safe than sorry“.

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