Way to Jushua Tree

Nach den Reviews-Artikeln der letzten Tage, gibt es heute mal wieder etwas Frisches von uns. Nach unserer schönen Zeit im Pinnacles Nationalpark sind wir noch einige Tage an der Küste entlang gebummelt. Abends haben wir am Pismo State Beach auf einem schönen Campingplatz direkt am Meer gehalten. Wir hatten Glück, denn es war Freitagnachmittag als wir ankamen und es gab nur noch wenige Plätze. Allerdings stellte sich dann schnell raus, dass bereits irgendwelche Leute auf unserm Platz waren – diese hatten aber nicht gezahlt und dachten wohl, dass niemand mehr kommt. Naja, nach kurzem Gespräch war klar, dass die Beiden ihr Zeug wieder zusammenpacken. Als Carmen dann beim Nach-Hinten-Steigen im Van noch für mehrere Sekunden auf die Hupe kam, war unsere Vormachtstellung zweifelsfrei zementiert und wir konnten uns wenig später ausbreiten. Da die Camping-Plätze der California State Parks aber relativ teuer sind, hat es uns dann am nächsten Abend auf den Parkplatz der Santa Barbara Library gezogen. Eine etwas merkwürdige Nacht, aber immerhin WLAN Empfang, daher gut. Tags darauf lächelte uns dann wieder ein schöne KOA Campingplatz an, bei dem wir einen Freundschaftspreis verhandeln konnten und direkt zwei Tage geblieben sind, da es dort sehr schön und ruhig war. Mit Pool, schönem Platz und Lagerfeuer. Am letzten Tag konnte Carmen dann noch unsere zweite Flasche Bärenspray an zwei Camper verkaufen und wieder für positiven Cashflow in der Reisekasse sorgen. Fantastisch. Das Geld können wir gut gebrauchen, da wir mittlerweile unser 8.400 Meilen-Limit geknackt haben und jetzt bei jeder Meile 0,25ct fällig werden. Aber wir werden es überleben 🙂

Zwischenzeitlich hatte Carmen mit dem Cousin ihrer Großmutter Kontakt aufgenommen, der mit seiner Frau in Palm Springs wohnt.  Elfriede und Hans haben uns darauf eingeladen, bei Ihnen vorbeizuschauen – und diese Einladung haben wir selbstredend gerne angenommen. Damit wir dort natürlich einen guten Eindruck hinterlassen, haben wir die Eule noch einer kurzen Wäsche unterzogen bevor wir am Freitag nach Palm Springs fuhren. Kurz nach dem Ortschild kam dort die nächste freudige Überraschung: Aldi 🙂 Dort haben wir noch kurz ein paar gute Kekse und Kleinigkeiten gekauft, die uns schon leicht in Rückkehrstimmung versetzten.

Mit Elfriede und Hans war es dann sehr schön und lustig. Wir waren abends auf dem Palm Springs Village Fest, wo eine komplette Straße für ein Wochenmarkt gesperrt wird und wirklich der Teufel los ist. Das Essen danach beim Mexikaner war auch sehr gut und wir haben den Abend dann noch entspannt bei den beiden auf der Terrasse ausklingen lassen und Geschichten ausgetauscht. Die Beiden haben nämlich auch sehr viele interessante Sachen zu erzählen, aber dazu später mehr.

Tags darauf fuhren wir dann weiter in den Joshua Tree Nationalpark, unserem letzten größeren Stopp auf unserer Reise. Eigentlich dachten wir, dass wir dort noch ein bisschen „ausbouldern“ werden, da es nicht so viel Klettereien für uns geben würde – aber weit gefehlt. Manu hatte uns schon mit der richtigen Adresse versorgt um ein gutes Guide-Book auszuleihen und so stellten wir schnell fest, dass wir dort viel Spaß haben können. Im Joshua Tree National Park gibt es über 4.000 Routen, 1.000 Boulder und davon auch mehrere Hundert Sport-Routen und Trad-Sport-Mix-Routen. Und das Beste: die Felsen liegen wirklich direkt (also wirklich direkt) im Campingplatz und man kann sozusagen im „Garten“ klettern. Abgefahren war auch das Wetter im Joshua Tree. Tagsüber gute 30°C in der Sonne, nachts teilweise unter 10°C und ziemlich viel Wind.

Das mussten wir auch an der Route Walk on the Wild Side feststellen. Eine ziemlich spannende Mehrseillänge mit viel Reibungskletterei auf einem ziemlich großen Granitfelsen (sieht auf den Bildern viel kleiner aus). Nachdem wir eigentlich einen Frühstart hatten, waren wir die ersten am Fels, aber uns nicht sicher welche Route es dann tatsächlich war. Also haben wir einer anderen Seilschaft den Vortritt gelassen, die sich dann – wie sich kurz darauf rausstellte – direkt verstiegen hatte und in einer sehr viel schwereren Route abmühen musste. Wir sind dann einer weiteren Seilschaft hinterhergeklettert, die die richtige Route gekletterten und haben dann aber nach der ersten Seillänge festgestellt, dass der Wind zu stark wird. Da die Route hauptsächlich Reibungskletterei (=kaum richtige Griffe für die Hände) hatte und die Winde ca. 50-70 kmh stark waren hat es einen fast aus der Wand geblasen. Zudem war Kommunikation fast nicht mehr möglich, da man sich nicht mehr verstanden hat. Daher haben wir am ersten Stand entschieden abzubrechen und sind wieder abgeseilt.

Dafür haben wir dann ein paar kürzere Sport-Routen gemacht, bei denen wir dann auch wieder Glück hatten. Der Wind war zwar auch dort stark zu spüren, aber die Kletterei war machbar. Scheinbar nicht für die Seilschaft vor uns, da diese wohl auch zur Sicherheit abgeseilt sind und drei ihrer Exen in der Wand zurücklassen mussten, die wir dann dankbar eingesammelt haben 🙂

Nach drei Tagen sind wir dann noch im Park auf einen anderen Campingplatz umgezogen und konnten auch dort wieder direkt „hinterm Haus“ klettern. Wirklich genial. Joshua Tree war ein absolut würdiger Abschluss und wir hatten mega viel Spaß beim Klettern, waren wirklich fleissig (30-40 Routen) und haben viele lustige und interessante Leute kennengelernt. Wie zum Beispiel Vanessa, eine zukünftige Anwältin, die just an diesem Wochenende ihre Zulassungsprüfung bestanden hatte und im Freudentaumel ihren Autoschlüssel in der Wüste verlor – allerdings ist sie so dem [Zitat] „süßen Ranger Dilan“ begegnet, der sie zur nächsten Werkstatt fuhr. Oder Marc und sein Kumpel Warren, der früher auch geklettert ist, es dann allerdings aufgab, als Warrens Frau Linda damit drohte sonst eine Karriere im Table-Dance-Business zu verfolgen.

Wehmütig, aber mit vielen schönen Geschichten, Momenten und einem soliden Muskelkater sind wir dann wieder zurück nach Palm Springs aufgebrochen. Elfriede und Hans hatten uns nochmals zu einem kleinen BBQ eingeladen und wir haben nochmals einen schönen Abend mit vielen lustigen Stories zusammen verbracht. Und Elfriedes köstliche Hamburger und Kartoffelsalat gegessen. Hans ist Uhrmacher und die beiden hatten mehrere Juwelier-Geschäfte zusammen und könnten eigentlich ein Buch über ihre Erlebnisse mit der Unter- und Oberwelt von LA schreiben. Außerdem ist Hans immer noch fit wie ein Turnschuh und hat uns mit seinem letzten Ausflug nach Chicago entlang der alten Route 66 sehr inspiriert. Das war nämlich auch ein spannender Roadtrip in 11 Tagen. Allerdings mit Fahrrad. Aber wen wundert das schon, er hat nämlich schon mal den Rekord für die nordamerikanische Transkontinental-Fahrt von West nach Ostküste geknackt (hier ein cooles Video dazu auf Youtube). Vielen Dank, Frida & Hans!

Heute fahren wir wieder zurück an die Küste und schauen dann noch bei Elfriede und Hans‘ Tochter Michelle vorbei, bevor es dann so langsam aber sicher ans Packen und Vorbereiten für den Rückflug geht.

T-5 / Bis bald.

Ein Gedanke zu „Way to Jushua Tree

  1. JJ+XX sagt:

    Nach reiflicher Diskussion auf unserem Balkon: Aron, welch männlicher und sportlicher Körper sich in den letzten Wochen formte (Love), aber der Bart geht gar nicht. Siehst aus wie Leo ^^
    Carmen, du bist wie immer wunderhübsch.

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